Caroline Weber
Geschäftsführende Gesellschafterin

Ihr Beruf:
Bankkaufmann
Wo möchten Sie leben?
in Berlin
Was ist für Sie das vollkommene irdische Glück?
Mit Lebensfreude beseelt zu sein.
Welche Fehler entschuldigen Sie am ehesten?
Die eingestanden werden.
Ihr/e Lieblingsheld/innen in der Geschichte?
Lucius D. Clay, der Erfinder der Luftbrücke
Ihr/e Lieblingsheld/innen in der Gegenwart?
Michail Sergejewitsch Gorbatschow
Ihre Lieblingsmaler?
Max Liebermann
Ihr Lieblingskomponist?
Pjotr Illjitsch Tschaikowski
Welche Eigenschaften schätzen Sie an einem Mann am meisten?
Offenheit
Welche Eigenschaften schätzen Sie an einer Frau am meisten?
Offenheit
Ihre Lieblingstugend
Disziplin
Ihre Lieblingsbeschäftigung?
Reiten
Ihr Hauptcharakterzug?
Verlässlichkeit
Was schätzen Sie an Ihren Freunden am meisten?
Humor
Ihr größter Fehler?
Impulsivität
Ihr Traum vom Glück?
Immerwährende Gesundheit
Was wäre für Sie das größte Unglück?
Krankheit
Was möchten Sie sein?
Im Grunde wie jetzt – rundum glücklich.
Ihre Lieblingsfarbe?
Gelb
Ihre Lieblingsblume?
Maiglöckchen
Ihr Lieblingsvogel?
Möwe
Ihr Lieblingsschriftsteller?
Kurt Tucholsky
Ihre Lieblingsnamen?
Maximilian
Was verabscheuen Sie am meisten?

Brutalität
Welche militärischen Leistungen bewundern Sie am meisten?
Dazu fällt mir überhaupt nichts ein.
Welche natürliche Gabe möchten Sie besitzen?
Die Fähigkeit, immer objektiv zu urteilen.
Wie möchten Sie sterben?
Überraschend
Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?

Wach
Ihr Motto?
Ohne Fleiß kein Preis
Ihr Abschlusskommentar?
Der liebe Gott erhalte mich.

Dienstag, 11. Dezember 2018  

Das Ideal

»Ja, das möchste:
Eine Villa im Grünen mit großer Terrasse, vorn die Ostsee, hinten die Friedrichstraße; mit schöner Aussicht, ländlich mondän, vom Badezimmer ist die Zugspitze zu sehn – aber abends zum Kino hast dus nicht weit. Das Ganze schlicht, voller Bescheidenheit.

Neun Zimmer – nein, doch lieber zehn! Ein Dachgarten, wo die Eichen drauf stehn, Radio, Zentralheizung, Vakuum, eine Dienerschaft, gut erzogen und stumm, eine süße Frau voller Rasse und Verve – (und eine fürs Wochenend, zur Reserve) – eine Bibliothek und drumherum Einsamkeit und Hummelgesumm.

Im Stall: Zwei Ponies, vier Vollbluthengste, acht Autos, Motorrad – alles lenkste natürlich selber – das wär ja gelacht! Und zwischendurch gehst du auf Hochwildjagd.

Ja, und das hab ich ganz vergessen: Prima Küche – erstes Essen – alte Weine aus schönem Pokal – und egalweg bleibst du dünn wie ein Aal. Und Geld. Und an Schmuck eine richtige Portion. Und noch ne Million und noch ne Million. Und Reisen. Und fröhliche Lebensbuntheit. Und famose Kinder. Und ewige Gesundheit.

Ja, das möchste!

Aber, wie das so ist hienieden: manchmal scheints so, als sei es beschieden nur pöapö, das irdische Glück. Immer fehlt dir irgendein Stück. Hast du Geld, dann hast du nicht Käten; hast du die Frau, dann fehln dir die Moneten – hast du die Geisha, dann stört dich der Fächer: bald fehlt uns der Wein, bald fehlt uns der Becher.

Etwas ist immer.
Tröste dich.

Jedes Glück hat einen kleinen Stich. Wir möchten so viel: Haben. Sein. Und gelten. Daß einer alles hat: das ist selten.«

Kurt Tucholsky (deutscher Journalist und Schriftsteller, 1890 – 1935) unter seinem Pseudonym Theobald Tiger am 31.07.1927 in der »Berliner Illustrirten Zeitung«.